Aktuelles
A A A  Schriftgrösse | Drucken Drucken 

10-Jahrestreffen ehemaliger Freiwilliger in Großbritannien in der DRK-Schwesternschaft „Bonn“ e.V.

„Du hast dich gar nicht verändert!“,
„Hattest Du nicht lange Haare?“,
„Dich erkenne ich auch noch!“

So und ähnlich begrüßten sich Anfang November die ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die von 1998 bis 1999 über die DRK Schwesternschaft „Bonn“ e.V. ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Großbritannien absolviert hatten und nun aus ganz Deutschland - von Kiel bis zum Bodensee - nach Bonn angereist waren. Manche der Teilnehmer kamen in Begleitung ihrer Partner, zwei Teilnehmerinnen hatten ihre Säuglinge dabei.

Auf Initiative von Mareile Hankeln, auch eine Ehemalige aus diesem Jahrgang, hatte die Schwesternschaft zu dem Wiedersehenstreffen eingeladen. Durch die gute Kooperation mit Hejo Held, Bundestutor im DRK-Generalsekretariat, der das FSJ in Großbritannien bereits seit den Anfängen 1995 mit betreute und mit finanzieller Unterstützung der Lady-Seaforth-Stiftung konnte das Treffen mit vierzehn Teilnehmern realisiert werden.

Schon in der Vorstellungsrunde ging es spannend zu. Was ist aus dem Einzelnen geworden? Haben die Auslandserfahrungen im Freiwilligen Sozialen Jahr den weiteren beruflichen Werdegang beeinflusst? In einem Punkt sind alle Teilnehmer sich einig. Die sprachliche und die erworbene soziale Kompetenz sowie die Erfahrungen im Umgang mit behinderten, kranken und alten Menschen haben den weiteren Lebensweg entscheidend geprägt und vorangebracht. Heute – nach zehn Jahren – arbeiten sie als Ärzte, Rechtsanwälte, Gesundheits- und Krankenpfleger, Diplom-Pädagogen, Heilerziehungspfleger und in vielen weiteren, oft sozial ausgerichteten, Berufen.

Dem persönlichen Austausch folgte ein Vortrag von Ursula Bicker, Gruppenleiterin des Freiwilligen Sozialen Jahres der DRK-Schwesternschaft „Bonn“ e.V.. Die Referentin erläuterte die Entwicklung des FSJ betreffend Großbritannien seit 1995. Rund 300 junge Menschen wurden seitdem über die Schwesternschaft für ein Jahr auf die Britischen Inseln entsendet. Im Jahre 2002 wurde das FSJ in Großbritannien von dem Europäischen Programm „Jugend in Aktion“ abgelöst und heißt seitdem „Europäischer Freiwilligendienst“ (EFD). 2008 kamen weitere Einsatzmöglichkeiten hinzu.
Neben West Kent und Liverpool sind nun auch Einsätze in Schottland und Irland möglich. Das Britische Rote Kreuz (BRC), welches die jungen Menschen vor Ort begleitet und betreut, nimmt neben deutschen Teilnehmer/innen auch Freiwillige aus den Niederlanden, Armenien und Finnland auf

Karen Sheldon, die als Vertreterin des BRC das Projekt von Beginn an in Großbritannien aufgebaut und betreut hat, war an diesem Wochenende leider verhindert. Stattdessen schickte sie original englische Chips und eine Videobotschaft verbunden mit der Bitte einen Fragenbogen zu beantworten, um die langfristige Wirkung des Europäischen Freiwiligendienstes evaluieren zu können. Dieser Wunsch wurde von den Ehemaligen gerne erfüllt und gemeinsam mit einer Retour-Videobotschaft nach London versandt.

Zum Ausklang des ersten Tages fand eine Stadtführung unter dem Motto “Die Bonnerinnen“ und ein anschließendes gemeinsames Abendessen statt. Am zweiten Veranstaltungstag präsentierte die Schwesternschaft anhand eines Films ihre über 100-jährige Geschichte. Außerdem diskutierten die ehemaligen Freiwilligen die Einrichtung eines internetgestützten Netzwerkes, um auch weiterhin in Kontakt bleiben zu können.

In der Abschlussrunde betonten die Teilnehmer/innen, wie sehr sie das Wochenende genossen haben. Sie lobten die Organisation und dankten der Schwesternschaft für die Möglichkeit, in den schönen Räumen und in einer familiären Atmosphäre dieses Wiedersehen erleben zu können. Auch über die Babysitterdienste zweier diesjähriger FSJ-Teilnehmerinnen haben die Mütter sich gefreut – konnten sie sich doch unbeschwert dem Programm widmen.

So zogen die Teilnehmer unisono ein begeistertes Fazit: „Es war toll – die weite Reise hat sich absolut gelohnt!“ und „Es war für mich wie ein Wellness-Wochenende - bei dieser Organisation, dem Service und den netten Menschen, die ich getroffen habe!“